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Geschichtlicher Hintergrund
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Der 3. Kreuzzug
Der zweite Kreuzzug, so unrühmlich er auch verlaufen sein mochte, war ein willkommener Anlass neue Kreuzfahrerheere gen Osten zu schicken. Dort nämlich war den Kreuzfahrerstaaten ein ernsthaft gefährlicher Gegner entstanden: Al-malik an-nasir Salah ad-din ben Ajjub. Vom Sohn eines kurdischen Statthalters zum Sultan aufgestiegen, eroberte Salah ad-din (Herrschern über Ägypten), von seinen christlichen Feinden 'Saladin' genannt, im Eiltempo die kolonialen Bastionen der Kreuzritter. Die blutige Schlacht von Hattin eröffnet Salah ad-din den Weg nach Jerusalem. Der Kurdensultan vernichtet das Kreuzfahrerheer in der Schlacht bei den Hörnern von Hittim in Galiläa. Am 02.10.1187 nimmt der Sultan Jerusalem ein, behandelt aber die Christen großmütig. Nachdem Salah ad-din dem christlichen Heer eine vernichtende Niederlage beigebracht hatte, ruft Papst Gregor VIII. am 29.10.1187 zum dritten Kreuzzug auf.

Dem bereits kreuzzugserfahrenen 65jährigen deutschen Kaiser Barbarossa folgen, mit zeitlicher Verzögerung, Englands junger König Richard Löwenherz und König Philipp II. von Frankreich ins Heilige Land, und das Unheil nimmt seinen Lauf. Der König von Jerusalem, Guido von Lusignan, der bei Hattin gefangen genommen wurde und von Salah ad-din aber freigelassen worden war, belagert Akkon seit 1189 mit den wenigen ihm verbliebenen Truppen. Er erhält Beistand von pisanischen, genuesischen, venezianischen, dänischen, flämischen und friesischen Schiffen und von Rittern aus Nordfrankreich, die übers Meer herangekommen waren. Inzwischen hat das deutsche Heer trotz anfänglichen Widerstrebens des byzantinischen Kaisers Isaak Angelos Osteuropa und den größeren Teil Kleinasiens durchzogen.

Da ertrinkt der Kaiser am 10. Juni 1190 im Saleph. Seine Truppen lösen sich auf und nur ein geringer Bruchteil nimmt an der Belagerung von Akkon teil. Gleichzeitig branden heftige Kämpfe gegen Salah ad-din und sein Heer auf, die versuchen die Festung zu verteidigen. Im April 1191 trifft endlich der König von Frankreich ein und im Juni der englische König, beide zu Schiff. Die beiden verfeindeten Könige waren in Sizilien aufgehalten worden. Richard hatte Cypern dem Usurpator Isaak Dukas Komnenos abgenommen, der sich dort zum Basileus erhoben hatte. Nun konnten die Operationen energisch vorangetrieben werden und trotz aller Anstrengungen Salah ad-dins kapituliert die Festung am 12. Juli 1191.

Schon am 2. August schifft sich der französische König wieder nach Frankreich ein, lässt aber Truppen zurück. Richard dagegen setzt den Feldzug gegen Salah ad-din bis 1192 fort. Er erobert das an Salah ad-din gefallene Akkon zurück. Nach einigen kreuzzugsüblichen Grausamkeiten - allein in Akkon lässt der König mehrere Kriegsgefangene mitsamt Frauen und Kindern abschlachten - gewinnen die Engländer die Stadt Jaffa zurück.

Jerusalem, Anlass und Ziel der Strafexpedition, freilich bleibt im Besitz Salahs. Nach zwei Jahren des Mordens und Plünderns zieht sich Richard im Oktober 1192 aus dem Heiligen Land zurück, von wo aus er in die Gefangenschaft Heinrich VI. gerät, der nach anderthalb Jahren erfolgreichen Feilschens noch 150.000 Silberlinge für Löwenherz herausschlägt. Der englische König Richard Löwenherz und der französische König Philipp II. treffen auf dem Seeweg vor Akkon ein und erobern Nordisrael. Die Folge war ein Waffenstillstand mit Sultan Saladin. Akkon wird Zentrum der Kreuzfahrer. Nur vier Jahre später besteigt mit Innozenz III. ein Machtpolitiker den Apostolischen Stuhl, wie ihn die Kirche seit den Tagen Urbans nicht mehr gekannt hat. Sein Kreuzzug, der vierte, hat nicht die Befreiung des wirtschaftlich wenig attraktiven Jerusalem im Auge, sondern das reiche Ägypten, und, nach geänderter Sachlage, schließlich sogar die noch reicheren Brüder in Byzanz.


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