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Sarazenen
Sarazenen ist seit dem Mittelalter gebräuchliche Bezeichnung für Araber und andere islamische Völker. Die Griechen und Römer nannten so die Nomaden der syrischen und arabischen Wüste, wobei es später zur allgemeinen europäischen Bezeichnung für Moslems in den Mittelmeerstaaten, besonders für die Türken wurde.Die Herkunft des Völker- und Stammesnamens ist strittig und vermutlich nicht mehr sicher zu klären. Unter den zahlreichen Etymologien, die in moderner Zeit vorgeschlagen wurden, begegnet man am häufigsten die seit dem 18. Jahrhundert aufgekommene Herleitung aus arabisch sarqui ('östlich, orientalisch, Orientale'). Bedenkenswert erscheint als mögliche arabische Wurzel sariq, Plural sariqin ('Plünderer').
Geschichtlicher Hintergrund
Die Wüstennomaden erschienen plötzlich im 7. Jahrhundert und errichteten innerhalb anderthalb Jahrhunderten ein ausgebreitetes Reich. Ihre Eroberungen waren durch ihren neuen Glauben und ihre hohe Moral gekennzeichnet. Indem sie den Lehren des Propheten Mohammed folgten, beabsichtigten sie die religiöse und politische Landschaft der damals bekannten Erde zu verändern. Ab 613 predigte Mohammed eine neue Religion, den Islam. In seiner eigenen Heimatstadt Mekka wurde er verfolgt und floh nach Medina, der Beginn der muslimischen Zeitrechnung. Er errichtete dort eine starke Anhängerschaft und kehrte schließlich nach Mekka zurück und nahm es friedlich ein. Die wahrscheinlich einzige Eroberung der Menschheitsgeschichte, die ohne Blutvergiessen und ohne nachfolgender Plünderung stattgefunden hat. Nach seinem Tod im Jahre 632 wurden seine Lehren in den Hadithsammlungen und im heiligen Koran niedergeschrieben. Im Jahre 634 begannen die Muslime dann der Verbreitung des Islams und öffneten in der berühmten Schlacht von Yarmuk 636 die Tore ins Byztanische Reich. Innerhalb von nur fünf Jahren überrannten sie ganz Ägypten, Palestina und Syrien. Besonders Ihre Toleranz gegenüber Andersgläubigen, den Juden und Christen erleichterte Ihre Feldzüge, da die dort ansäßigen Völker oft unter der Verfolgung der Byztantiner litten. In den folgenden 60 Jahren breitete sich dann der Islam im Norden Afrikas und im Westen über ganz Persien aus, was neben Byzanz die zweite damalige Supermacht war. Im frühen achten Jahrhundert fielen Sarazenen aus Tanger auf der iberische Halbinsel ein und eroberten das Königreich der Visigoten, das nach dem Fall von Rom dort errichtet wurde. In Asien eroberten sie nach und nach Kleinasien, scheiterten aber an den Befestigungsanlagen von Konstantinopel. Im Westen wurde ein Vortrupp von Karl Martell bei Poitier gestoppt, zu einer Schlacht soll es nach islamischen Quellen nie gekommen sein. Die christliche Quellen halten diese Schlacht für den Wendepunkt in der Geschichte. Im Osten hingegen eroberten die Sarazenen Indien, die innerasiatischen Steppengebiete bis nach China. 750 hatten sie den Indus und das nördliche Indien eingenommen und erreichten über Zentralasien die westlichen Grenzen Chinas. Von Nord- und Ostafrika breitete sich der Islam bis nach Zentralafrika aus. Bis auf das heutige Spanien sind das die heutigen Kernländer der Muslime, in denen über 90% der Bevölkerung dem Islam angehören.


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